Jörgs Webnotizen

Windows und die Würmer

16.08.2003 Der große Angriff tausender infizierter Rechner auf die Windows-Update Seite ging ins Leere, nachdem Microsoft den Namen aus der DNS herausgenommen hatte. Der bisherige Schaden ist jedoch beträchtlich. Ob nun die Vermutung der heise-Redaktion zutrifft, dass der Wurm den weitflächigen Stromausfall in USA und Kanada zumindest mitverursacht hat, muss bis zu einer endgültigen Klärung dahin gestellt bleiben. Immer noch müssen sich allerdings zahlreiche Windows-Anwender mit ihrem vom Wurm W32.Blaster (alias Lovsan) infizierten Rechner herumschlagen.

Wie eine Naturkatastrophe kam der Wurm über die Windows-Rechner, so schien es. Viren können über Email-Anhänge auf unserem Rechner gelangen, bei Würmern reicht es schon, wenn eine Internet-Verbindung hergestellt wird. In beiden Fällen kann man sich aber schützen, indem man seinen Rechner und die Internet-Anwendungen sicher konfiguriert. Windows 2000 Rechner, die keinerlei Sicherheitspatches aufweisen, sind nicht die Ausnahme, auch auf eine Personal Firewall oder einen aktueller Viren-Scanner verzichten viele, sei es aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit.

Nun kann man allerdings nicht ohne weiteres ein hohes Maß an Sicherheits-Bewusstsein bei Windows Usern erwarten, wenn der Hersteller Microsoft selbst das Problem der Sicherheit bei seinen Produkten jahrelang ignorierte oder herunter spielte. Im Vordergrund stand die Fülle an Möglichkeiten und deren auch für Otto Normal Verbraucher leichte Nutzbarkeit. Die Netzwerk-Sicherheit spielte bei der Entwicklung von Windows, Outlook, Internet Explorer und co anscheinend eine untergeordnete Rolle. Eine Datei- und Druckerfreigabe sollte aber auf das lokale Netzwerk beschränkt sein, ebenso das Ausführen von ActiveX-Controls auf Webseiten oder in Emails. Ein Umdenken bei Microsoft ist bitter notwendig, in der Entwicklung und auch in der Vermarktung seiner Produkte. Für ein Betriebssystem, das internettauglich sein soll, kommt es nicht in erster Linie darauf an, dass es viele Möglichkeiten bietet, sondern vor allem auf die Sicherheit.

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