Jörgs Webnotizen

Google Monopol(y)?

Google

92,8%

Yahoo!

2,2%

AOL

1,0%

T-Online

0,9%

Web.de

0,7%

Metager

0,4%

MSN

0,4%

Netscape

0,4%

AltaVista

0,4%

Lycos

0,2%

Alltheweb

0,1%

Fireball

0,1%

IXQuick

0,1%

freenet

0,1%

06.11.2003 Nach der Statistik von Webhits hat Google inzwischen einen Marktanteil von über 70% im deutschsprachigen Teil des Webs, Anfang des Jahres lag dieser Wert noch unter 60%. Zählt man überdies die Portale hinzu, die derzeit auf den Such-Index von Google zurückgreifen - u.a. Yahoo, T-Online, AOL, Web.de - so kommt man sogar auf über 85%

Die Auswertung meiner eigenen Logfiles für die Webnotizen und die Hauptdomain JörgKrusesWeb ergibt noch drastischere Zahlen (Tabelle linke Seite): 92,8% der Suchmaschinen-Referer kommen direkt von Google, zusammen mit den Portalen, die Google mit Such-Daten beliefert, sind es sogar 98%! Die extremen Werte sind m.E. darauf zurück zu führen, dass 1. meine Seiten insbesondere für Google optimiert sind, 2. andere Suchmaschinen bisweilen länger brauchen, um diese in ihren Index aufzunehmen und 3. meine Sites weder als sponsored links aufgeführt werden, die bei MSN, Lycos und Co unauffällig an erster Stelle gelistet werden (ganz im Gegensatz zu den bunt markierten Anzeigen von Google), noch in den maßgeblichen Webverzeichnissen von Yahoo, Web.de und Allesklar eingetragen sind (ein Eintrag im Webkatalog von Fireball beschert meinen Sites scheint's kaum Besucher).

Die Suchmaschine aus Mountain View, Kalifornien, ist inzwischen mehr als nur Marktführer, wie schon der häufige Gebrauch des Wortes googeln anstelle von suchen belegt: Google ist nicht eine Suchmaschine, sondern die Suchmaschine. Zwangsläufig wird auch Suchmaschinen-Optimierung in erster Linie an dem Ranking des Marktführers ausgerichtet, und für Suchmaschinen-Spammer ist Google erste Zielscheibe, so wie das Betriebssystem Windows erste Zielscheibe von Virenprogrammierern ist. Suchmaschinen-Spam wird zum größeren Problem, das auch mehr und mehr in breiter Öffentlichkeit diskutiert wird, wie zuletzt im SPIEGEL. Doch kann man sich als Suchender darüber beklagen, wenn man selbst durch die Wahl der Suchmaschine mit zu der spam-anfälligen Monokultur beiträgt? (Und dabei packe ich mich selbst an die Nase, neben Google benutze ich andere gute Suchmaschinen wie Alltheweb und Vivísimo eher selten).

Bleibt die Frage nach der Konkurrenz einer oder mehrere Suchmaschinen, die Google Marktanteile abnehmen könnten. Ein gestärkter Wettbewerb würde sicher auch ein Ansporn sein, energischer gegen Suchmaschinen-Spam vorzugehen. Immerhin bereiten sich zwei Konkurrenten darauf vor, dem Platzhirschen Paroli zu bieten: Yahoo, das die Mitbewerber Inktomi und Overture aufgekauft hat, sowie Microsoft, das seit einigen Monaten einen eigenen Suchmaschinenspider ins Web schickt (vgl. Webnotizen Optimieren für MSN und Webmaster boykottieren MSN-Bot). Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung, verschärfter Wettbewerb kann sicher die Anstrengungen vorantreiben, bessere Suchergebnisse als die Konkurrenz zu liefern. Es kann aber auch ganz anders kommen: Falls die Entwicklung der hauseigenen Suchmaschine nicht so vonstatten gehen sollte, wie geplant, wird von Microsoft als Option wohl auch eine Allianz mit dem Marktführer oder sogar dessen Übernahme in Erwägung gezogen.

Weitere Webnotiz zum Thema: Googles ungebrochene Dominanz

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